Sonntag, 11. Dezember 2011

"Großbritannien muss sich entscheiden, ob es als 27. Mitgliedsstaat der EU seine Zukunft mitgestalten will oder als 51. Bundesstaat der USA Befehle aus Washington empfangen wolle"


Eigentor, nannte ein deutscher Politiker Großbritanniens Weigerung, durch eine Revision der EU-Verträge eine rigorose Haushaltspolitik europaweit durchzusetzen. Die Haltung der City of London ruft neben Unverständnis auch Ärger hervor, denn England will das Pfund behalten, keine Finanztransaktionssteuer (die natürlich nicht das Problem löst) und damit der City of London Vorteile verschafft, will Sonderrechte aber bei der Lösung von anstehenden Problemen nicht sich daran beteiligen. Und um das den britischen Normalverbraucher auch klarzumachen wird die „alte Angst“-Keule herausgeholt und wieder taucht an den Küsten vor England the German Tank auf. Nichts gelernt in mehr als 60 Jahren?
Doch diesmal werden die Töne gegen das Mitgliedsland UK rauer.
Inzwischen hört man Stimmen, es sein ein Fehler gewesen die Briten in die EU aufzunehmen (Graf Lambsdorff, FDP) und sie mögen ihre Beziehung zu Brüssel neu bedenken. Sollten sie das nicht freiwillig machen, sollte sich die EU neu gründen ohne Großbritannien. Und die Überschriftaussage tätigte der Vorsitzende der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, Herr Ferber und sieht die Haltung Londons egoistisch wie widersprüchlich. Und auch Brüderle (FDP) meinte, die EU werde (in Hinblick auf ein ausscheiden Englands) nicht kleiner, sondern stabiler. Der Grüne Parteichef Özdemir verzichtete (was er immer macht wenn angloamerikanische Interessen anstehen) auf eine deutliche Ansage und blieb mit „die Zukunft Europas bleibe vage“ zurückhaltend. Großbritannien dürfe nicht isoliert werden, es bleibe ein wichtiger Faktor in der EU, meinte Herr Özdemir weiter.
Es wird sich zeigen ob Frau Merkel auch in der Sache Euro-Bonds und keine Banklizenz für den EMS „stabil“ bleibt. Zumindest trifft es zu, dass ohne Merkel die EU bereits in dieser Form nicht mehr existierte.
Natürlich bleibt es vorerst ein Flickwerk, nur weil man sich nach Krisensitzungen auf die Schulter klopfe und zumindest im weiten Teilnehmerkreis erkannt hat, das Merkel-Prinzip könnte einen Ausweg aus der Krise zeigen, entscheidend ist jedoch ob das Ringen gegen das Auseinanderbrechen funktioniert und nicht wieder sich als lähmender Nebenschauplatz einnistet der eine weitere Blockade wäre.
Die EZB darf in ihrer Unabhängigkeit nicht beschädigt werden, die Einführung von Euro-Bonds wäre ein großer Fehler. Und wenn man sieht wie der neue italienische EZB-Chef sich einer nach amerikanischen Vorbild Geldpolitik zuwendet, lässt nichts gutes hoffen.
Zurück zu den Briten, die anscheinend ihren großen Staatsmann Churchill vergessen haben. „Let Europe arise“, sagte Churchill im September 1946. Und fast 65 Jahre später steht der große Gedanke „Europa“ vor einem Scherbenhaufen.

Die EU hat am vergangenen Freitag formell Kroatien als 28. Mitglied aufgenommen.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das „Monster Churchill“, wie ihn verschiedene englische Militärhistoriker nennen, der das britische Weltreich in den Untergang geführt und den Zweiten Weltkrieg ausgelöst hat, wird zum „großen Staatsmann“ erklärt? Dümmer, ja furchtbarer geht’s wohl nicht!
Ein Europa ohne England? Vergessen Sie es! Dann lieber ohne Italien, Spanien, Portugal. Und viel lieber ohne Griechenland, Rumänien, Bulgarien …
Immer war England der Zündfunken für große europäische Kriege, sei es unter Ludwig XIV, Napoleon, den 1. Weltkrieg (der vornehmlich eine englische Idee war) oder den 2. Weltkrieg, der nahezu ausschließlich auf Englands Konto geht. Und diesen Kriegsherd soll man aus Europa ausschließen, also unkontrolliert alleine agieren lassen? Ihn noch mehr der Kriegsnation Nr. 1 auf unserem Globus, den USA, in die Arme treiben? Ja, ist denn der Autor von allen guten Geistern verlassen?
Und dass ein verurteilter Verbrecher wie besagter Lambsdorf diese Idee unterstützt, sollte gerade alle Warnglocken schrillen lassen – einen Herrn Brüderle zu zitieren, ist hingegen einfach nur peinlich.
Zu den teilweise unsinnigen Aussagen des Beitrages passt die erbärmliche Rechtschreibung (alleine 13 falsche Kommata in dem kurzen Artikel).

Antwort des von allen guten Geistern verlassenen Schreibers hat gesagt…

Vielen Dank für Ihre „konstruktive“ Kritik, Sie haben da noch etwas Schaum am Mund.
Zu Churchill/ geschrieben wurde: Zurück zu den Briten, die anscheinend IHREN großen Staatsmann Churchill vergessen haben ... verstehen Sie Ironie?
Zu Brüderle / wenn Herr Brüderle flache Sätze von sich gibt, warum ist deshalb der Schreiber peinlich? Soll man den geschätzten Lesern dies vorenthalten?
Zu den teilweise unsinnigen Aussagen des Beitrages .... sind alles wiedergegebene Aussagen unsere Politiker