Dienstag, 27. Januar 2009

„Unsere besondere Verantwortung“ oder die Mahnwaffe

Herr Köhler und noch unser Bundespräsident hat eine Ansprache im Bundestag gehalten. Der Hintergrund dazu war das Gedenken an den 27 Januar 1945 als die Gefangenen des Konzentrationslagers in Auschwitz befreit wurden.

Herr Köhler sprach von Respekt vor den Opfern und aus der Geschichte lernen. Der Respekt vor den Opfern ist richtig und unbestreitbar. Aus der Geschichte lernen zieht sich im Land der blühenden Landschaft wie ein roter Faden durch all die Jahrzehnte von Nonsens und Geschwätz unserer Angestellten. Wer soll den aus der Geschichte lernen? Und was sollen wir lernen, dass es keine Konzentrationslager mehr geben darf? Ich kennen keinen im Lande der das wirklich fordert, ausser Gehirnkranke Menschen vielleicht. Was sollen wir lernen, nie wieder ein Volk oder ein Land angreifen? Auch hier hat dieses Volk bereits bewiesen, dass es keine Kriege mehr will, im Gegensatz zu den Politikern die es hervorgebracht hat und sich an Kriegen beteiligen. Was sollen wir lernen? Unser Volk ist unseren Politikern in vielen Angelegenheit weit voraus, also sagen Sie was Sie meinen. Das Volk der Prekarier die nichts zu sagen haben und deshalb „aus der Geschichte lernen“ nicht umsetzen können oder die an der Macht an den Hebel sitzen (dabei sich alles fürstlich bezahlen lassen nach ihren eigenen aufgestellten Bezahlungsmodi ) und dieses „lernen“ umsetzen müssten. Eigentlich.

Wen meinte also der Herr Köhler? Hätten wir die Zulassung zu Volksentscheiden, wäre das „lernen aus der Geschichte“ schon umgesetzt. Keine Soldaten an der Deutschen Außengrenze Hindukusch. Keine Soldaten an dem fragwürdigen Jugoslawien-Krieg. Keine Teilnahme an Einmarsch in ein souveränes Land, dafür aktive Hilfe gegen Hunger und Armut. Aufbauleistung die beim Volk ankommt und nicht in der Verwaltung oder bei selbst ernannten Befreiern versickert. Schon vergessen, die Deutschen waren immer an vorderster Front wenn es um Hilfe und Spenden ging.

Also nochmal, wen meint Herr Köhler?

Weiter.

Er sagte dann, es ist eine Schande wenn Orte des jüdischen Lebens von der Polizei geschützt werden müssen....

Das ist so global ausgedrückt das sich jeder selbst was ausdenken kann. Er meint wohl Synagogen, vielleicht auch Friedhöfe, wenn ja dann hat er Recht. Orte jüdischen Lebens. Sind nicht alle Orte, egal ob Jude oder nicht schützenswert, sind einheimische Orte nicht schützenswert die von egal auch wem angegriffen werden? Es ist eine Schande zweifellos.

Dann kommt der alte Schlager, Deutschland stehe in besonderer Verantwortung für Israel. Das wird immer dann benutzt und es ist wahrlich nicht wenig, wenn wir etwas hergeben sollen, zahlen sollen oder irgendwo nach israelischen Verständnis mitmachen müssen. Dann sind wir immer in der besonderen Verantwortung. Selbst wenn der israelische Nachbar, der eingeschlossen lebt und den willkürlichen Verhalten Israels ausgesetzt ist und sich mit lächerlichen Waffen versucht zu wehren oder seine ohnmächtige Situation in freier Wut laufen läßt. Hier stimmen einfach die Verhältnisse nicht mehr. Aber das ist bis zum Herrn Köhler noch nicht durchgedrungen. Israel hat in den sechs Jahrzehnten von Deutschland sehr viel Geld bekommen als Wiedergutmachung als Schuldleistung und als Hilfe für den Aufbau ihres Staates. Wir haben nie hinterfragt ob das Geld auch nur für zivile Zwecke und im geringen Maße für Verteidigungszwecke benutzt wurde. Der Anstand und Respekt verbietet uns das. Nur nach dem Gaza-Krieg schauen andere Augen auf das was unsere Angestellten wieder nach der „alten“ Masche von uns wollen, den leidenden und sich ständig auf die Brust klopfenden und für alle Ewigkeit schuldigen Deutschen, der uns von angepassten, eingeschüchterten, raffgierigen, Hals-nicht-vollbekommenden, überheblichen und inkompetenten FührerInnen in monotoner Dauerbelehrung eingetrichtert wird.

Die Bürger Israels, so Herr Köhler, müssten in sicheren Grenzen frei von Angst und Gewalt leben können. Richtig. Aber was ist mit den Nachbarn? Gilt dies nicht auch für die Nachbarn? Haben die kein Recht angstfrei zu leben? Davon spricht Herr Köhler nicht, wie auch andere sogenannte Politiker.

Wessen Brot ich ess dessen Lied ich sing.

Das palästinensische Volk in einem lebensfähigen Staat seine eigene Zukunft finden, sagte Herr Köhler und nicht mehr. Was ist für Herrn Köhler ein lebensfähiger Staat? Doch nicht der Ist-Zustand oder? Seine eigene Zukunft finden, ist auch so eine Nebelkerze. Merken Sie was?

Also doch nur eine Pflichtrede... nichts Neues aus dem Parlament der sich selbst feiernden Politiker.

Aus der Geschichte lernen Herr Köhler, kennen Sie den die Geschichte um die Gründung des Staates Israel? Kennen Sie die Geschichte der Palästinenser? Wie haben hier jemanden, der Ihnen etwas erzählen kann Herr Köhler.

UPDATE vom 29.01.09

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat die vom Zentralrat der Juden wegen der Holocaust-Gedenkfeier im Bundestag erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. /

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